Daheim bleiben

Hinweise für Eltern, die ihr Kind zu Hause betreuen

Familie

Wollen Eltern ihr Kind zu Hause betreuen, brauchen sie nicht mehr als Herzensgüte und Aufmerksamkeit.1 Zumindest, wenn es unter drei Jahre alt ist. Natürlich sind auch ein geregelter Tagesablauf, gesundes Essen und die Möglichkeit, am besten an frischer Luft immer wieder Neues zu entdecken wichtig, wenn Eltern ihr Kind zu Hause betreuen. Viel mehr brauchen die ganz Kleinen unter den Kleinen aber nicht. Werden sie später größer, wird es schwieriger für die Eltern, die ihr Kind zu Hause betreuen. Jetzt kommt es tatsächlich darauf an, den Nachwuchs langsam an die Aufgaben und Herausforderungen eines Vorschulkindes bzw. Schulkindes zu gewöhnen. Feste Aufstehzeiten sind dabei ebenso wichtig, wie Zeiten, zu denen das Kleine „arbeitet“, also mit einem festen Ziel eine Aufgabe angeht. Das können Bilder sein, die in einem Malbuch ausgemalt und später auch ausgeschnitten werden. Oder kleinen Lernspiele, mit deren Hilfe Farben und Formen und später auch Zahlen und Buchstaben als feste Bestandteile der Welt erklärt werden. Eltern, die ihr Kind zu Hause betreuen, sollten es bei solchen Beschäftigungen nie alleine lassen, sondern als Berater und Helfer zur Seite stehen. Dinge erklären, Fragen stellen und im Gegenzug Fragen beantworten ist dabei sehr wichtig und dient der Förderung der Sprachentwicklung. Gerade sprachliche Defizite sind ein Grund, weshalb Pädagogen es nicht gut finden, wenn Eltern ihr Kind zu Hause betreuen.

Ein Kind zu Hause zu betreuen ist für viele Eltern ideal

Das Kind zu Hause zu betreuen ist eine anstrengende, aber auch schöne Aufgabe. Ganz nah beim Nachwuchs zu sein, jeden Entwicklungsschritt hautnah mitzuerleben und ihm dabei Geborgenheit und Nähe geben zu können, ist für Eltern eine Idealvorstellung. Wenn Eltern ihr Kind zu Hause betreuen, genießt es die ungeteilte Aufmerksamkeit und kann oft mit bestimmen, wie der Tag aussehen soll. Es darf sich für Spiele und Entdeckungen viel Zeit nehmen und ist keinem Druck ausgesetzt. Die Kleinen sind wie Könige, wenn ihre Eltern sie zu Hause betreuen, und können sich frei entfalten – ganz ohne Mitkonkurrenten, die etwa um die Gunst einer überforderten Erzieherin buhlen müssen. Die Betreuungsperson – egal ob Mutter, Vater oder Oma und Opa – sind oft selbst gerne noch einmal Kind und genießen es, Sandkuchen zu backen, Vögel zu beobachten oder auch selbst einmal wieder ein Bild auszumalen. Nicht zuletzt spielt auch der finanzielle Aspekt eine Rolle: Wer seinen Sprössling nicht zu Hause betreuen kann, muss oft hohe Summen für einen Kita-Platz, eine Tagesmutter oder die Krippe bezahlen.

Nicht alle Eltern schaffen es, ihr Kind pädagogisch richtig zu Hause zu betreuen

Je größer Kinder werden, desto anspruchsvoller werden sie auch. Irgendwann reicht das eigene Spielzeug, wenn Eltern ihren Nachwuchs zu Hause betreuen, nicht mehr aus und wird langweilig. Kein Wunder, es ist ja auch den ganzen Tag greifbar. Kleine Erdenbürger wollen und müssen sich auch mit anderen Kindern beschäftigen. Nur so schulen sie soziale Fähigkeiten und Kompetenzen. Diesem Drang in ausreichendem Maße zu entsprechen, wird schwer für Eltern, die ihr Kind zu Hause betreuen: Die meisten Spielplätze sind tagsüber verwaist, weil die meisten Eltern ihr Kind nicht zu Hause betreuen. Jeden Tag aufs Neue für lehrreiche Action und Unterhaltung zu sorgen, ist für die Eltern aufwendig und erfordert ein hohes Maß an pädagogischem Know-How. Denn nur so schaffen die Kleinen auch einen erfolgreichen Übergang in die Schulzeit und müssen nicht wegen eventueller Entwicklungsstörungen sogar zurückgestuft werden. Vor allem sprachliche Auffälligkeiten sind bezeichnend für Kinder, die zu Hause betreut werden. Diese und eventuelle andere Defizite werden in einigen Bundesländern kurz vor und während der Vorschulzeit getestet, um gemeinsam mit den Eltern, die ihr Kind zu Hause betreuen, daran zu arbeiten.2