Entwicklungsschub Baby

Ein großer Sprung nach vorne: Der Entwicklungsschub beim Baby

Entwicklungsschub_Baby

Bei einem Entwicklungsschub macht das Baby in seiner mentalen Entwicklung einen enormen Sprung durch. Es verändert sich teilweise von heute auf morgen und ist dabei für Eltern kaum wiederzuerkennen. Manche Babys sind bei einem Entwicklungsschub sehr unruhig, schlafen schlecht oder sind plötzlich auffallend anhänglich.

Grund sind signifikante Veränderungen im Gehirn, die jeweils neue Fähigkeiten, Fertigkeiten und Wahrnehmungen ermöglichen. Zeitpunkt und Anzahl solcher „Sprünge“ sind bei gesunden Kindern in etwa gleich. Nicht alle Kinder erkennen allerdings ihre neuen Fähigkeiten, die sie durch den Entwicklungsschub erlangt haben gleich und wenden das neue „Wissen“ somit nicht sofort an.

Der Entwicklungsschub im ersten Jahr eines Kindes

Das Baby macht in seinem ersten Lebensjahr insgesamt achtmal einen Entwicklungsschub mit: Den ersten Entwicklungsschub gibt es schon um die fünfte Lebenswoche, es folgen Schübe in der achten, 12., 19., 26., 37., 46. und 55. Woche. Bei Frühchen liegen die Zeitpunkte der Entwicklungsschübe vermeintlich etwas später. Der Grund: Hier wird nicht ab dem tatsächlichen Geburtstermin gerechnet, sondern ab dem errechneten Datum im Mutterpass.

Zeitpunkt und Folgen der einzelnen Entwicklungsschübe

Beim ersten Entwicklungsschub etwa ab der fünften Lebenswoche

  • schreit der Nachwuchs wieder besonders häufig und lässt sich schwer beruhigen,
  • braucht das Baby besonders viel Nähe und damit die Sicherheit und Geborgenheit der Mutter,
  • wird es aktiver und interessiert sich für seine Umgebung,
  • freuen sich Eltern über erste bewusste Reaktionen auf Berührungen, Geräusche und Gerüche.

Der zweite Entwicklungsschub etwa ab der achten Lebenswoche

  • geht mit einer ersten Fremdelphase einher und ermöglicht dem Baby
  • seine Sinne zu entdecken.
  • Das Baby will beschäftig werden und schreit erneut häufiger.

Etwa ab der 12. Lebenswoche kündigt sich der nächste Entwicklungsschub an.

  • Das Baby sucht nun verstärkt den sicheren Arm der Mama und
  • freut sich über vertraute Dinge wie feste Rituale zur Schlafenszeit.
  • Etwa ab der 19. Lebenswoche
  • möchte das Baby Dinge tun, die ihm bis dato völlig fremd waren.
  • Viel Körperkontakt hilft ihm, über diese lange schwierige Phase hinwegzukommen;
  • oft gibt das Baby seinen Schnuller nun gar nicht mehr her.

Der Entwicklungsschub ab der 26. Lebenswoche

  • bringt ein agiles Baby hervor, das sich dreht und sogar schon erste Krabbelversuche unternimmt.
  • Das Baby „erzählt“ und brabbelt immer mehr.

Nach dem Entwicklungsschub um die 37. Lebenswoche

  • krabbeln Babys sicher und
  • entdecken aktiv ihre Umwelt.

Beim Entwicklungsschub um die 47. Lebenswoche

  • hat das Baby seine ersten Wutanfälle und
  • spricht oft seine ersten Worte.

Der letzte große Entwicklungsschub im ersten Lebensjahr beginnt um die 55. Lebenswoche

  • Das Baby fängt an zu laufen, erkundet und entdeckt seine Welt immer intensiver.1

Weinen, Wut und wilde Launen: Begleiterscheinungen beim Entwicklungsschub

Alle Entwicklungsschübe gehen in der Regel mit Stimmungsschwankungen einher und fordern den Eltern in diesen Phasen einiges ab. Dass der Nachwuchs mal wieder einen enormen Sprung nach vorne macht, erkennen Eltern meist an einem plötzlichen weinerlichen und launischen Verhalten ihres Babys. Zusätzlich scheint das Kleine in alte Verhaltensmuster zurückzuverfallen und bereits Gelerntes wieder vergessen zu haben. Ist diese erste Phase eines Schubes vorbei, wird es wieder entspannter: Nun beginnt eine Phase, in der die Kleinen neue Dinge entdeckt, Fähigkeiten ausprobiert und somit neue Interessen entwickelt. In punkto Selbstständigkeit wird meist ein neues Level erreicht und stolze Eltern haben allen Grund, ihr nun schon „so großes Baby“ stolz zu bewundern.2