Fernsehen als Baby?

Fußball spielen statt fernsehen: Die Mattscheibe ist Feind positiver kindlicher Entwicklung

Fragezeichen

Fernsehen ist für kleine Kinder nicht gut. Diese durchaus nicht neue Erkenntnis haben Forscher vor nicht allzu langer Zeit erneut bestätigt. In einer Studie haben die Experten festgestellt, dass jede zusätzliche Stunde fernsehen bei Kleinkindern für eine  Verschlechterung der späteren Mathematikleistungen verantwortlich ist.1 Zudem sollen die kleinen „Fernseh-Eulen“ bewegungsfauler und dicker sein als ihre Schulkameraden und von denen häufiger gemobbt werden. Aber auch bereits im Kleinkindalter hat fernsehen unmittelbare Folgen: Die Kleinen halten das, was da über die Mattscheibe flimmert für real und übertragen das Gesehene in ihre Welt. Oft schaffen sie es nicht, die Handlung richtig zu verarbeiten und schlafen schlecht, sind unausgeglichen und nörgelig.

Fernsehen frühestens ab drei Jahren!

Bei allen negativen Folgen: Kinder gänzlich von der Mattscheibe fern zu halten, schaffen nur die wenigsten Eltern. Medienexperten raten, Kinder frühestens ab einem Alter von drei Jahren fernsehen zu lassen. Altersgerechte Sendungen mit langsamen, gut verständlichen Bildfolgen sind zu Beginn die beste Wahl. Im Laufe der Jahre sollten Kinder lernen, verantwortungsbewusst fernzusehen. Ob das gelingt, ist auch maßgeblich vom Film- und Fernseh-Konsum der Eltern abhängig. Erwachsene sollten allerdings nicht nur Vorbilder für ihren Nachwuchs sein, sondern diesen beim fernsehen begleiten: indem sie mit ihm über das Gesehene sprechen und dem Kind so helfen, die Handlung gut zu verarbeiten.2 Fernsehen in Maßen ist durchaus in Ordnung und eine gute Grundlage für Kinder, später selbst geeignete Sendungen auszuwählen. Schließlich sollen sie ja später nicht sprachlos in der Ecke stehen, wenn Freunde sich auf dem Pausenhof über die neueste Folge der Lieblingsserie unterhalten!

Fernsehen – in Maßen, nie in Massen!

In einem Alter von drei bis fünf Jahren ist eine halbe Stunde fernsehen pro Tag okay. Länger sollte es dann aber wirklich nicht sein. Mit sechs Jahren dürfen sie dann ruhig auch mal eine Stunde zusammenhängend fernsehen. Ab diesem Alter können die Kleinen das Gesehene schon ganz gut verarbeiten. Eltern können mit sechs Jahren übrigens schon genau zwischen den Fernseh-Vorlieben der unterschiedlichen Geschlechter unterscheiden: Kleine Jungs lieben in diesem Alter Actionfilme mit starken und mutigen Helden; Mädchen stehen auf Tierfilme und lauschen beim fernsehen vor allem auch der Film-Musik.3

Highlights, die faszinieren

Wenn Kinder fernsehen, sollten sie nicht irgendetwas Beliebiges sehen: Im Alter zwischen drei und fünf Jahren sind Trickfilme die beste Wahl. Schön sind immer wieder Märchen. Aber auch die Folgen der Sesamstraße eignen sich gut für die jüngsten Zuschauer. Dauerrenner ist natürlich das Sandmännchen. Ältere Kinder sollten ruhig etwas lernen, wenn sie fernsehen. „Die Sendung mit der Maus“ erfüllt diesen Wunsch hervorragend, oder auch „Willis Quiz Quark Club“, „Löwenzahn“ und Tierfilme jeder Art. Die Filme der schwedischen Schriftstellerin Astrid Lindgren begeistern seit Jahrzehnten Kinder jeden Alters, ebenso wie die Trickfilm-Folgen um die Abenteuer der „Biene Maja“ und ihrer Freunde und die frechen Streiche vom „Pumuckl“.

No-Gos vor der Mattscheibe

Neben wirklich schönen Kindersendungen und Filmen gibt es natürlich immer wieder Inhalte, auf die Kinder beim Fernsehen verzichten sollten. Die Flimmerkiste ausschalten sollten Eltern, wenn

  • Ungeheuer, Gespenster, Halbwesen, Monster, imaginäre Räuber, Mörder, Einbrecher
  • bedrohliche Tiere, Fabelwesen sowie
  • Katastrophen, Feuer, Wasser, Krieg, Unglück beim Gesehenen dominieren.

Aber auch soziale Ängste, unlösbare Konflikte der Hauptfiguren und Streitsituationen tun Kindern nicht gut.4