Trocken werden

Wie und wann werden Kinder eigentlich trocken?

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„Was, er/sie trägt noch eine Windel? Will es gar nicht trocken werden?“ –  Spätestens, wenn Eltern diesen Satz hören, werden sie unruhig und stellen sich Fragen: Warum geht mein Kind noch nicht aufs Töpfchen? Ist es gar entwicklungsgestört? Wie schaffen wir das Trocken werden gemeinsam?

Und nicht nur Fragen und Erfahrungen anderer Eltern rund ums trocken werden treiben Mütter und Väter zur Sauberkeitserziehung ihres Nachwuchses an; das ständige Windeln kaufen ist schlussendlich auch eine Kostenfrage und belastet die Haushaltskasse nicht unerheblich. Einen zuverlässigen Ratgeber zum Thema „Trocken werden“ gibt es aber leider nicht.

Die ersten Schritte zum trocken werden

Irgendwann lernen die Kleinen laufen, irgendwann sprechen sie und ebenso automatisch beginnen sie ab einem bestimmten Zeitpunkt mit dem Trocken werden. Wann es soweit ist, bestimmen die Kleinen aber selbst - und das ist auch gut so.

Irgendwann im Laufe des zweiten und dritten Lebensjahres gibt es erste Zeichen und die Kinder interessieren sich plötzlich stärker für die Toilette. Ist die Windel voll, teilen sie das bedeutungsvoll ihren Eltern mit und sagen mit ihren Worten, dass in der Windel „etwas ist“. Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, zu dem Kinder in der Lage sind, Körperteile und Gefühle benennen zu können. Gibt es Meldung bezüglich der vollen Windel, sollten Eltern das loben. Merkt das Kleine, dass Mama und Papa sich freuen, achtet es auch in Zukunft auf das, was „da unten“ vor sich geht und auch, wie sich eine volle Blase anfühlt.1 Dies sind die ersten Schritte zum Trocken werden. Denn irgendwann reagiert es auf dieses Gefühl und sagt vorher Bescheid, dass es mal „muss“. Geht das Geschäft dann tatsächlich ins Töpfchen, freuen sich Eltern und Kind ausgiebig. Das Trocken werden hat begonnen.

Wann ist denn der beste Zeitpunkt zum trocken werden?

Einer Studie zufolge sind die meisten Kinder im Laufe des dritten Lebensjahres trocken: manche waren zwei Jahre alt, andere vier.2

Ganz allgemein gilt, dass Kinder erst ab einem Alter von etwa 18 Monaten Lust haben, ihr Töpfchen zu nutzen.

In früheren Zeiten waren Kinder angeblich mit einem Jahr trocken – allerdings haben die dann auch täglich mehrere Stunden auf dem Topf verbracht und hatten so kaum Zeit, andere Dinge zu erleben. Kinder sind trocken, wenn sie klar äußern, auf Toiletten oder Topf gehen zu wollen und dann auch tatsächlich etwas hineingeht.

So können Sie als Eltern Ihr Kind beim trocken werden unterstützen

Vom ersten erfolgreichen Geschäft bis zur zuverlässigen und selbstständigen Nutzung von Töpfchen oder Toilette kann eine lange Zeit vergehen. Damit diese so harmonisch und zielorientiert wie möglich gestaltet wird, sollten Eltern ihren Nachwuchs beim Trocken werden unterstützen. So sind gute und angenehme erste Erfahrungen mit Topf oder Toilette wichtig:

  • Kinder sollten nie kalt oder kippelig sitzen.
     
  • Mama und Papa sollten Vorbilder sein und ihrem Nachwuchs sooft es geht zeigen, was man auf der Toilette tut.
     
  • Der Sommer ist optimal fürs Töpfchentraining und zum Trocken werden: Im Warmen lässt sich der Schließmuskeln besser kontrollieren.
     
  • Leichte einfache Kleidung, die sich schnell herunterziehen lässt, erleichtert das Trocken werden ebenfalls.
     
  • Wenn nach anfänglichen Erfolgen doch mal wieder etwas in die Hose geht, sollten Eltern nicht schimpfen.3

Topf oder Toilette?

Töpfchen oder Toilettensitz – die meisten Kinder entwickeln selbst eine Vorliebe für das eine oder das andere, wenn sie trocken werden. Herrscht in der Wohnung „Toilettenmangel“, ist es zunächst natürlich sinnvoll, wenn der Nachwuchs auf einem standsicheren und bequemen Topf sitzt. Manche Kinder wollen allerdings von Beginn an wie die Großen sitzen und ziehen den Toilettensitz vor. Auch dieser sollte sicher sein und nicht kippeln. Spätestens wenn der Nachwuchs allein auf Toilette gehen will, ist ein kleiner Hocker oder eine Trittleiter sinnvoll.