Mongolenflecken

Mongolenflecken: Ein harmloses Muttermal

Mongolenflecken

Mongolenflecken, auch Sakralflecken genannt, sind blaugraue Muttermale, die überwiegend an Rücken und Gesäß von Neugeborenen auftreten und recht großflächig sein können.1 Die Ursache ist eine harmlose Ansammlung von Pigmentzellen aus tieferliegenden Gewebeschichten in der oberflächlichen Haut (Dermale Melanozytosen). Diese Ansammlung findet bereits während der Embryonalphase statt. Der Name kommt davon, dass diese Hautveränderung in bis zu 90 Prozent der Fälle bei stärker pigmentierten Kindern vorkommt, nur zu 10 Prozent bei hellhäutigen Babys.2 Laut dem Klinikum Kulmbach verblassen Mongolenflecken spätestens bis zur Pubertät von selbst.2

Woran erkennt man Mongolenflecken?

Mongolenflecken befinden sich bevorzugt am Steißbein des Säuglings, können aber auch an Rücken oder Gesäß vorkommen. Sie sind unscharf begrenzt und blau bis bräunlich in der Färbung. Manche Neugeborenen haben einen Mongolenfleck, den man als solchen eventuell nicht erkennt, weil er klein wie eine Erbse ist. Andere Mongolenflecken können wiederum handtellergroß sein.3 Seine maximale Ausdehnung erreicht er im zweiten Lebensjahr. In 96 Prozent der Fälle bildet er sich darauf in den darauffolgenden vier bis fünf Jahren wieder vollständig zurück.2

Warum entstehen Mongolenflecken?

Mongolenflecken

Die Mongolenflecken sind ein Geburtsmal. Dies bedeutet, dass sie sich bereits in der Embryonalphase entwickeln. Die Ursache des Mongolenflecks liegt dabei in einer genetischen Besonderheit: Pigmentzellen (Melanozyten) bilden sich in der sogenannten Neuralleiste aus. Von hieraus wandern sie in die Haut. Der Mongolenfleck wird nun dadurch ausgelöst, dass ein Teil dieser Zellen zu langsam ist. Sie stauen sich in der Lederhaut. Dort produzieren sie Pigmente, die für die dunkle Verfärbung verantwortlich sind. Im Laufe der Jahre lösen sich diese Pigmente wieder auf. Daher findet man Mongolenflecken nicht bei Erwachsenen.3 Da er von selbst wieder verschwinden, keine Begleiterscheinungen hat und nicht im Zusammenhang mit einer Erkrankung steht, muss man Mongolenflecken nicht behandeln.

Mongolenflecken: Eine Unterart der Nävi

Die Mongolenflecken gehören zu den sogenannten Nävi. Dazu zählen auch beispielsweise Sommersprossen.4 Der Begriff Nävus kommt aus dem Lateinischen und bedeutet „Muttermal“. Fälschlicherweise werden diese häufig mit dem Leberfleck gleichgesetzt, wobei diese  zu einer Untergruppe des Muttermals gehören. Ein Muttermal kann auch von anderen Zellen als den Pigmentzellen hervorgerufen werden, so zum Beispiel beim Feuermal (Naevus flammeus), das durch eine Vermehrung der Gefäßzellen zustandekommt.5 Nävi sind zunächst einmal gutartige Fehlbildungen von Haut oder Schleimhaut. Die hier vorkommenden Zellen liegen vermehrt oder vermindert oder in ungleichmäßiger Verteilung vor. Die Ursachen liegen dabei immer schon in der Embyonalphase. Da bei Mongolenflecken die Pigmentzellen betroffen sind, zählen sie unter den Nävi zu den Pigmentnävi (melanozytäre Nävi). Daneben gibt es beispielsweise auch Bindegewebsnävi oder Blutgefäßnävi.4

 

Pigmentnävi

Mongolenflecken

Pigmentnävi kommen in der äußeren oder mittleren Hautschicht vor. Die Pigmentflecken in der äußeren Hautschicht (Epidermis) sind wohl die bekanntesten, so die Sommersprossen, Linsenmale oder der Café-au-lait-Fleck. Die dunklere Färbung kommt dadurch zustande, dass in ihnen der Hautfarbstoff Melanin vermehrt produziert wird. Während die Mongolenflecken schon bei der Geburt vorhanden sind, werden Linsenmale beispielsweise erst durch UV-Licht ausgelöst. Anders als Sommersprossen bilden sie sich im Winter aber nicht zurück. Altersflecken sind beispielsweise Lindenmale, die sich erst in der späteren Lebensphase ausbilden. Die Mongolenflecken gehören zu den Pigmentnävi, die sich in der mittleren Hautschicht (Dermis) bilden. Daneben gibt es noch den blauen Nävus (Naevus coeruleus) und die flächige Pigmentierung der Schläfe oder der Schulter (Naevus fusco-coeruleus).4