Neugeborenenexanthem

Neugeborenenexanthem: Hautrötung ohne Folgen

Neugeborenenexanthem

Ein Neugeborenenexanthem, auch Neugeborenenausschlag oder Erythema (Toxicum) Neonatorum genannt, ist eine Hautrötung, die am ganzen Körper des Säuglings auftreten kann, meist mit Aussparungen an Handflächen und Fußsohlen.1 Manchmal kommt es auch zur Pustel- oder Knötchenbildung. Etwa 50 Prozent aller Neugeborenen weisen einNeugeborenenexanthem auf.2 Laut dem Klinikum Kulmbach ist es dabei nur in 10 Prozent der Fälle bei der Geburt bereits vorhanden. Meist kommt es erst ab dem zweiten Lebenstag zu ersten Anzeichen. Frühgeborene sind kaum vom Neugeborenenexanthem betroffen. Der Neugeborenenausschlag ist harmlos und kling ohne Folgeschäden nach einigen Wochen von selbst wieder ab.

Woran erkennt man ein Neugeborenenexanthem

Bei einem Neugeborenenexanthem ist die Haut gerötet und kann Pusteln oder Knötchen aufweisen. Diese sind 1-3 Millimeter groß und können weißen oder gelben Eiter enthalten. Sie treten vereinzelt oder in Gruppen auf. Das Neugeborenenexanthem beginnt oft im Gesicht und kann sich über Rumpf und Extremitäten ausbreiten. Handflächen und Fußsohlen sind meist nicht betroffen. Doch kommt es gehäuft an Druckstellen vor.2 Das Neugeborenenexanthem hat keine Begleiterscheinungen und das Kind spürt es in der Regel nicht.3 Jedoch ist bei Säuglingen, die vom Neugeborenenexanthem betroffen sind, die Körpertemperatur etwas erhöht.4 Oft wird der Neugeborenenausschlag mit der Neugeborenenakne verwechselt, da sie im Erscheinungsbild sehr ähnlich ist. Daher sollte man generell von einer Selbstdiagnose absehen und jegliche Hautveränderungen beim Säugling von einem Arzt abklären lassen.

Wie entsteht das Neugeborenenexanthem?

Neugeborenenexanthem

Ist der Fötus im Mutterleib noch geschützt, wird er bei der Geburt in Sekundenschnelle Mikroorganismen ausgesetzt, die Haut und Schleimhäute kolonisieren. Doch das Immunsystem ist so angelegt, dass ein natürliches Gleichgewicht hergestellt wird und Krankheitserreger abgewehrt werden. Die Haarfolikel auf der Haut dienen dabei als „Türsteher“ des Immunsystems. Ein Neugeborenenexanthem kommt nicht auf Handflächen und Fußsohlen vor, also dort nicht, wo es auch keine Haarfolikel gibt. Daher nimmt man an, dass die für den Neugeborenenausschlag zuständigen Mikroben, die normalerweise nicht krankheitserregend sind, über diesen Weg in die Haut gelangen. Warum das Immunsystem mit der Hautrötung reagiert und warum dieses Phänomen nur um manche Haarfolikel entsteht, ist noch unklar.4

Neugeborenenexanthem: Die Ursachen

Neugeborenenexanthem

Obwohl das Neugeborenenexanthem schon vor über tausend Jahren beschrieben wurde, sind die Ursachen noch unbekannt. Lange dachte man, eine Erkrankung des Blutes würde es hervorrufen. Dann wurden Allergien oder Reaktionen auf Giftstoffe angenommen. Wissenschaftler aus Stockholm haben nun Hinweise gefunden, dass das Neugeborenenexanthem eine Reaktion des Immunsystems auf das Eindringen bestimmter sogenannter „Kommensaler Mikroben“ in die Haut ist.4 Diese sind normalerweise nützlich und wehren krankmachende Mikroben ab.

Wie wird ein Neugeborenenexanthem behandelt?

Laut dem Klinikum Kulmbach muss man ein Neugeborenenexanthem nicht behandeln. Innerhalb von 14 Tagen verschwindet es von selbst.1 Man sollte die Pusteln nicht ausdrücken oder aufkratzen, damit es nicht zu unnötigen Entzündungen und Narbenbildung kommt. Das Neugeborenenexanthem ist vielen Hautausschlägen, die mit Infektionskrankheiten wie Herpes oder Hautpilzen in Zusammenhang stehen, sehr ähnlich. Daher sollte auf jeden Fall ein Arzt aufgesucht werden, besonders bei Unwohlsein des Säuglings.4 Generell sollte man Babyhaut schonen und nicht zu oft waschen, damit sie nicht austrocknet. Eine spezielle Salbe zur Behandlung des Neugeborenenexanthem ist nicht notwendig. Bei den alltäglichen Pflegeprodukten sollte man nur darauf achten, dass sie parfümfrei sind, um die Haut nicht unnötig zu reizen. Nach zwei Wochen sollte der Neugeborenenausschlag abgeklungen sein. In seltenen Fällen kommt es ab der sechsten Woche zu Rückfällen, die jedoch wesentlich milder ausfallen.3