Storchenbiss

Der Storchenbiss: Eine Sonderform des Feuermals

Storchenbiss

60 bis 70 Prozent aller Neugeborenen kommen mit einem sogenannten Storchenbiss (Unna-Politzer-Nackennaevus oder Naevus flammeus simplex) zur Welt. Dabei handelt es sich um einen harmlosen, roten Fleck, meistens am Hinterkopf, eher selten auf der Stirn oder den Augenlidern.1 Seinen Namen hat diese Form der Hautrötung von seiner häufigen Platzierung am unteren Hinterkopf, die an den Schnabelabdruck des Storches erinnert, der nach altem Volksglauben die Babys bringt. Der Storchenbiss verschwindet meist von selbst im ersten Lebensjahr. In manchen Fällen kann er auch lange bestehen bleiben. Der Storchenbiss ist eine Sonderform des Feuermals (Naevus Flammeus).

Woran erkennt man einen Storchenbiss?

Ein Storchenbiss kann fünf Millimeter bis zehn Zentimeter Durchmesser haben. Er unterscheidet sich von anderen Arten des Feuermals dadurch, dass er eher unscharf begrenzt ist.2 In der Farbe ist er hellrot wie ein Lachs. Daher wird er im Englischen auch „Salmon Patch“ genannt.1 Andere Feuermale werden im Laufe der Zeit dunkelrot bis blaurot und werden wegen ihrer Färbung auch „Portweinfleck“ genannt. Dunkelrote Knötchen wie in anderen Feuermalen bilden sich im Storchenbiss nicht. Auch steht er nicht im Zusammenhang mit anderen Fehlbildungen.2 Feuermale treten seitlich der Mittellinie des Körpers auf, haben also eine asymmetrische Verteilung. Der Storchenbiss hingegen liegt in der Körpermitte. Während Feuermale ohne Therapie bestehen bleiben, verblasst der Storchenbiss mit der Zeit von selbst.3 In manchen Fällen tritt er jedoch erneut auf.4

Die Ursache vom Storchenbiss

Storchenbiss

Ein Storchenbiss entsteht durch eine Reifungsverzögerung der Nervenversorgung der Gefäße.3 Bei anderen Feuermalen ist diese Fehlbildung dauerhaft. Die Nervenfasern, die für die Regulierung der Gefäßweite zuständig sind, fehlen. Dadurch sind die Gefäße ständig erweitert.2 Laut dem Klinikum Kulmbach sind die Äderchen nicht nur erweitert, sondern sie liegen zudem vermehrt vor.1 Ein Storchenbiss steht nicht in Zusammenhang mit anderen Fehlbildungen, sondern kommt als einzelnes Phänomen vor. So wird er nicht in Zusammenhang mit der Vererbung gesehen, sondern mehr als „Spiellaune der Natur".3

Einen Storchenbiss muss man nicht behandeln

Laut Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte muss man einen Storchenbiss normalerweise nicht behandeln, da er harmlos ist und von selbst verschwindet.5 Liegen Feuermale vor, die nicht von selbst verblassen, können sie von einem Hautarzt mit Elektronadeln oder Lasern verödet werden. Bei sehr großen Feuermalen ist die Behandlung jedoch nicht immer erfolgreich und man muss die Hautrötung später überschminken. Die Verödung der Blutgefäße ist mit Schmerzen verbunden. Daher wendet man diese Behandlung bei Kindern nur unter Vollnarkose an.2 Über die Risiken der Behandlung sollte man sich vorher von einem Arzt aufklären lassen. Generell sollte man Hautveränderungen von einem Arzt abklären lassen. Rote Flecken bei Säuglingen können zahlreiche Ursachen haben.