Körperliche Behinderung

Unser Kind hat eine körperliche Behinderung ...

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Kommt ein Kind mit einer körperlichen Behinderung zur Welt oder muss es sich mit diesem Schicksal beispielsweise aufgrund eines Unfalls abfinden, bricht für viele Eltern eine Welt zusammen. Sie müssen in den meisten Fällen ihren Nachwuchs ein Leben lang im Rollstuhl schieben und sehen für seine Zukunft Schwarz. Laut Definition sind Kinder mit einer körperlichen Behinderung nicht nur in ihrer Bewegungsfähigkeit beeinträchtige, sondern auch ihre Selbstverwirklichung in sozialer Interaktion erschwert.1 Dank zahlreicher Hilfsangebote und Fördermöglichkeiten kann aber auch ein Leben mit einer körperlichen Behinderung durchaus lebenswert sein.

Anzeichen einer körperlichen Behinderung

Es gibt viele Ursachen einer körperlichen Behinderung – und ebenso viele Arten.

Multiple Sklerose

  • Infolge einer MS-Erkrankung können Betroffene schlecht sehen, Probleme mit der Blase und spastische Lähmungen haben und müssen manchmal mit einem unangenehmen Handzittern klarkommen.2

Querschnittslähmung

  • Die Querschnittslähmung ist eine körperliche Behinderung, die infolge einer kompletten Durchtrennung oder Schädigung des Rückenmarksquerschnitts auftritt. Unterhalb dieses Bereiches treten Lähmungserscheinungen im Zusammenhang mit einem Ausfall motorischer, sensibler und/oder vegetativer Körperfunktionen auf.3

Spina Bifida

  • Die körperliche Behinderung Spina Bifida ist eine Neuralrohrfehlbildung, die bei ca. jeder 1.000sten Geburt auftritt. Die Auswirkungen können sehr unterschiedlich sein - von geringen Beeinträchtigungen bis zur Querschnittlähmung.

Spastische Lähmungen

  • Ausgelöst durch eine Schädigung des Gehirns oder des Rückenmarks ist bei einer spastischen Lähmung die Eigenspannung der Skelettmuskulatur erhöht. Bei dieser Art körperlichen Behinderung handelt es sich um eine Erkrankung des Zentralen Nervensystems. Eine Spastik kann das Leben eines Kindes nur leicht beeinträchtigen, in Abhängigkeit von der Beeinträchtigung bestimmter Hirnregionen aber auch zur vollständigen körperlichen Behinderung werden.
     

Wer hilft mir, wenn mein Kind eine körperliche Behinderung hat?

Beim Verdacht auf eine körperliche Behinderung beim eigenen Nachwuchs ist der Kinderarzt Ansprechpartner Nummer 1. Nur er kann eventuellen Auffälligkeiten hinterhergehen und gezielte Untersuchungen durchführen oder veranlassen. In besonderen Fällen kann eine Kinderklinik oder eine spezielle Fachklinik für Kinderneurologie nächste Anlaufstellen sein. Einige dieser Einrichtungen sind gleichzeitig Anlaufpunkte für Diagnostik und Therapie. Eine frühe Förderung bzw. Rehabilitation von Kindern mit einer körperlichen Behinderung ist besonders wichtig und Grundvoraussetzung für ein späteres, so gut es geht selbstbestimmtes Leben. Die medizinische Rehabilitation umfasst:

  • ärztliche Behandlung,
     
  • Früherkennung und Frühförderung,
     
  • Arznei- und Verbandmittel,
     
  • Heilmittel einschließlich physikalischer, Sprach- und Beschäftigungstherapie,
     
  • Psychotherapie als ärztliche und psychotherapeutische Behandlung,
     
  • Körperersatzstücke, orthopädische und andere Hilfsmittel,
     
  • Belastungserprobung und Arbeitstherapie.

Um die finanziellen Belastungen, die Rehabilitation und Therapien mit sich bringen, schultern zu können, finden Eltern Hilfe und Unterstützung bei den gesetzlichen Krankenkassen, bei der Bundesanstalt für Arbeit und Trägern der öffentlichen Jugend- und der Sozialhilfe.

Förderung körperlich behinderter Kinder

Die meisten Eltern, die ein Kind mit einer körperlichen Behinderung haben, wollen es so gut wie möglich unterstützen. Hilfe und Unterstützung dabei gibt es bei Frühförderstellen und Sozialpädiatrische Zentren, in denen Mediziner, Psychologen, Heilpädagogen, sowie Ergotherapeuten und auch Logopäden Hand in Hand arbeiten. Jeder Fortschritt ist ein Schritt in Richtung selbstständigeres leben – und das geht vielen Eltern von Kindern mit einer körperlichen Behinderung zu langsam. Geduld ist für sie sehr wichtig, denn die Lernschritte ihres Nachwuchses sind kleiner, als die anderer Kinder. Dafür ein Gespür zu bekommen, wird einige Zeit dauern.

Bei allem Lernwillen: Auch entspannte und harmonische Zeiten sind wichtig; zu viel Ehrgeiz und ein zu hoher Druck können die Beziehung belasten. Eltern sollten ihr Kind mit einer körperlichen Behinderung einfühlsam begleiten und die Kräfte dabei gut einteilen.5