Kinderkrippe

Die Kinderkrippe – Betreuungsform für Kinder unter 3 Jahren

Kinderkrippe

Die Kinderkrippe ist eine mögliche Form der Betreuung von Kindern unter drei Jahren. Nachdem Mutter (und/ oder Vater) und Kind ein Jahr lang gemeinsam in Liebe und Harmonie verbracht haben, beginnt nun in vielen Fällen wieder der Ernst des Lebens. Vielen berufstätigen Eltern bleibt dann nichts anderes übrig, als ihren Nachwuchs in eine Betreuungseinrichtung zu geben. Die Kinderkrippe ist eine Möglichkeit: Hier werden die Kleinen in mehr oder weniger großen Gruppen von qualifizierten Pädagogen betreut.

Spielend Menschen formen – der Tag in der Kinderkrippe

Ein regelmäßiger Tagesablauf mit festen „Ritualen“ wie Essen, Schlafen, Waschen und „Töpfchenzeiten“ bestimmen den Krippentag. Ziel ist es, die Identität eines jeden einzelnen Kindes, eine positive emotionale und soziale Kompetenz zu fördern und seinen natürlichen Drang nach  Bewegung zu unterstützen. Die Kinderkrippe legt Wert auf eine gesunde Ernährung und hilft mit, bei Kindern das Streben nach einer gesunden Lebensweise herauszubilden. In Vorbereitung auf das spätere Kindergarten- und Schulalter stehen auch Fähigkeiten wie Wahrnehmung, Abstraktion und Kommunikation im Mittelpunkt des pädagogischen Alltages in einer Kinderkrippe.1 Am Ende der Krippenzeit – mit etwa 3 Jahren – sollten Kinder ohne Windel auskommen, ohne Hilfe Essen und Trinken können und sich allein an- und ausziehen können. In ganzen Sätzen sprechen 3-jährige Kinder gern über Erlebtes, singen oft ihre Lieblingslieder und sagen kleine Reime auf. Sie haben ihre kleine Welt schon ganz gut erfasst, stellen Zusammenhänge dar und verarbeiten Erlebnisse und Erfahrungen aktiv. Die Zeit in einer Kinderkrippe trägt zu diesen Entwicklungen massiv bei.

Die Krippenzeit – lieber später als früher beginnen

Kinder besuchen die Kinderkrippe mit etwa einem Jahr. Allerdings ist es umstritten, ob die Kleinen dann tatsächlich schon bereit sind, sich auf Dauer von ihren Eltern zu trennen. Viele schaffen es noch nicht und scheitern in der Eingewöhnungszeit kläglich. Manchmal ist dieses Scheitern nicht auf den ersten Blick als solches zu erkennen: Die Kinder haben ihre Situation augenscheinlich akzeptiert und das Weinen eingestellt. In Wahrheit haben sie aber resigniert und sind „gebrochen“ worden. Fachleute meinen, dass frühestens im Alter von 18 Monaten eine Trennung von Mutter und Kind angebracht und für das Kind tatsächlich verkraftbar ist.2

Vorteile und Nachteile der Kinderkrippe

In der Kinderkrippe werden Kinder schnell selbstständig. Sie gewöhnen sich an einen festen Tagesablauf und lernen und erleben jeden Tag aufs Neue viele verschiedene Dinge. Gemeinsam mit vielen anderen Kindern haben sie Spaß und knüpfen schnell kleine Freundschaften. Eltern genießen den Vorteil, dass auch in Krankheitszeiten dank fester Dienst- bzw. Vertretungspläne immer jemand für die Kinder da ist. Kritiker jedoch bemängeln das Betreuungsmodell Kinderkrippe: Es seien viel zu viele Kinder, die von zu wenigen Pädagogen betreut würden, heißt es. Kinder unter einem Jahr brauchen mehr individuelle und liebevolle Betreuung, als es die Kinderkrippe leisten kann. In Studien wurden Kinderkrippen für spätere Verhaltsprobleme von Kindern verantwortlich gemacht. Sie waren im späteren Kindergartenalter deutlich aufmüpfiger als ihre Freunde und in der Schule sogar auffallend aggressiv, heißt es.3

Merkmale einer guten Kinderkrippe

Oft haben Eltern keine Wahl und müssen den Krippenplatz nehmen, der ihnen angeboten wird. Zum Wohle des Kindes sollten sie dennoch auf einige Eckpunkte achten. So sollte die Kinderkrippe über gut ausgebildetes Personal verfügen, das im besten Fall punktuell von weiteren Helfern unterstützt wird. Mehr als acht Kinder sollten  in einer Gruppe nicht sein – je jünger die Kinder sind, desto weniger sollten gemeinsam in einer Gruppe betreut werden. Der Personalschlüssel spielt eine wichtige Rolle, wenn es um das Wohl der Kinder in einer Kinderkrippe geht.  Für acht Kinder sind im besten Fall zwei Erzieherinnen zuständig, die für die Kleinen zu einer festen Bezugsperson werden können. Dieser Punkt ist auch für die Zeit der Eingewöhnung wichtig, eine sensible Phase, die Geduld und Zeit braucht! Die Einrichtung und die Außenanlagen der Kinderkrippe sollten freundlich und kindgerecht sein.