Frühchen

Babys, die es nicht erwarten können: Frühchen

Frühchen sind gar nicht so selten: Immerhin kommen in Deutschland rund 50.000 Kinder pro Jahr zu früh zur Welt. Was vor Jahrzehnten noch unmöglich war, ist heute schon fast Routine in den Krankenhäusern: Immer mehr Frühchen schaffen es, nach einer gewissen Zeit intensiver medizinischer Betreuung, ein selbstständiges und fast normales Leben zu führen.

Dank des wissenschaftlichen Fortschritts gelingt es darüber hinaus auch immer erfolgreicher, Frühgeburten zu verhindern, den Geburtsprozess zu verzögern und damit den Reifeprozess des ungeborenen Säuglings weiter voranzutreiben.

Frühchen kommen vor der 29. Schwangerschaftswoche zur Welt

Eine gesunde Schwangerschaft dauert 40 Wochen – gerechnet ab dem ersten Tag der letzten Regelblutung. Kommen Babys dann zur Welt, sind sie voll entwickelt und „fertig“ für ein Leben außerhalb der schützenden Gebärmutter. Das gilt auch für Säuglinge, die ab Vollendung der 37. Schwangerschaftswoche zur Welt kommen.

Kinder, die früher zur Welt kommen, gelten als Frühgeborene: Geburten zwischen der 34. und 37. Schwangerschaftswoche haben späte Frühgeborene zur Folge; vor der 32. Schwangerschaftswoche kommen Frühgeborene mit sehr niedrigem Geburtsgewicht zur Welt (weniger als 1.500 Gramm).

Bei einer Geburt vor der 29. Schwangerschaftswoche erblicken Frühgeborene mit extrem niedrigem Geburtsgewicht (weniger als 1.000 Gramm) das Licht der Welt – sie werden auch als Frühchen bezeichnet.

Kommt eine Frau in der 23. Schwangerschaftswoche mit Wehen in den Kreißsaal, wissen Hebammen und Ärzte, dass sie alles tun werden, den kleinen Frühstarter am Leben zu erhalten. Mit dem Erreichen der 23. SSW gilt in Deutschland jedes Baby als prinzipiell lebensfähig.1 Das medizinische Fachpersonal handelt bei diesen Frühchen nach dem Grundsatz, alle möglichen lebenserhaltenden Maßnahmen zu ergreifen, wenn für das Kind auch nur eine kleine Chance zum Leben besteht.2

Das Frühchen im Kreißsaal

Bei jeder Entbindung lange vor dem errechneten Geburtstermin herrscht im Kreißsaal ganz besondere Aufmerksamkeit: Häufig begleitet ein auf Frühchen spezialisierter Neonatologe die Geburt und garantiert Mutter und Kind von Beginn an die benötigte medizinische Spezial-Versorgung.

Nach der Erstversorgung wird das Kleine je nach Zustand im Bettchen oder in einem Transportinkubator auf die Neugeborenenstation oder Intensivstation gebracht. Hier überwachen Spezialisten alle wichtigen Körperfunktionen und ordnen im Notfall auch eine künstliche Beatmung oder die Ernährung über eine Magensonde an.

Erlaubt es der Zustand es Frühchens, werden Hebammen und Schwestern auf einen häufigen und intensiven Kontakt zwischen Baby und Eltern Wert legen. Bekannt und häufig angewendet wird die „Känguru-Methode“, bei der das Frühchen Haut an Haut auf dem Bauch von Papa oder Mama liegen darf. Der intensive Hautkontakt beeinflusst Kreislauffunktion und Atmung des Frühchens positiv und hilft so bei der Stabilisierung und Gesamtentwicklung des Babys.

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Ein normales Leben ist bei einem Frühchen meist leider unwahrscheinlich

Bei allem medizinischen Fortschritt überlebt leider nicht jedes Frühchen. Es kann immer wieder passieren, dass trotz vergleichsweise gutem Start Infektionen, eine Hirnblutung oder eine chronische Lungenerkrankung das Überleben des Frühchens unmöglich machen.

Je größer und reifer das Frühchen ist, desto größer ist seine Überlebenschance: nach der 24. Schwangerschaftswoche beträgt diese immerhin über 60 Prozent. Und selbst wenn das Frühchen am Leben bleibt, sind Folgeschäden wahrscheinlich. Mit mäßig bis schweren Behinderung müssen Eltern von Frühchen rechnen, die vor der 25. Woche geboren werden.

Auch neurologische Schäden sind häufig, ebenso wie Entwicklungsstörungen, Seh- und Hörschäden, Krampfanfälle und chronische Lungenprobleme. Hat das Frühchen schwerste Gesundheitsstörungen – egal ob angeborene oder während der Geburt erworben – prüfen Mediziner immer genau, ob es für das Neugeborene nicht besser ist, die intensivmedizinischen Maßnahmen einzuschränken. Seelsorger und Psychologen stehen den Eltern in dieser schweren Stunde unterstützend und tröstend zur Seite.3

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