Mutter Kind Bindung

Eine enge Mutter-Kind-Bindung: Für Frühgeborene besonders wichtig!

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Die Bindung zwischen Mutter und Kind ist bei vorzeitig beendeten Schwangerschaften besonders wichtig. Allerdings fällt es vielen Eltern schwer, diese so wichtige Bindung zu ihrem Nachwuchs aufzubauen: Durch die verkürzte Schwangerschaft fehlt Eltern einfach die Zeit, sich auf den Neuankömmling ausreichend einzustellen.

Auch die zunächst stationäre Versorgung des Frühgeborenen im Brutkasten – getrennt von der Mama – kann problematisch werden und einer engen Bindung zwischen Mutter und Kind entgegenstehen. Ein Baby im Brutkasten – umgeben von Glas und Technik hat nur wenig mit enger Mutter-Kind-Bindung zu tun – und macht sie doch gerade so wichtig!

Die Bindung zur Mutter – ein evolutionsbedingtes Grundbedürfnis des Frühgeborenen

Das Bedürfnis, sich an eine Person zu binden, ist ein genetisch bedingtes Verlangen, das der Säugling von Geburt an mitbringt.1 Es ist für alle Neugeborenen überlebenswichtig. Für eine intensive Mutter-Kind-Bindung sollten Frühgeborene deshalb ihren Eltern gleich nach der Entbindung zumindest gezeigt – im besten Fall auch auf den Arm gelegt werden. Ist das aus gesundheitlichen Gründen nicht möglich, überbrückt am besten ein Foto die Zeit bis zum ersten Besuch.

Auf der Frühgeborenenstation sollten die Eltern so bald wie möglich an der Pflege des Babys beteiligt werden. Sie haben dann weniger das Gefühl, den aktuellen Umständen machtlos gegenüberzustehen und lernen ihr Baby besser kennen. Grundvoraussetzung, für die Entwicklung einer engen Mutter-Kind-Bindung. Die sogenannte Känguru-Methode ist die bekannteste Möglichkeit, um bei Frühgeborenen die Mutter-Kind-Bindung zu fördern. Dabei liegen die nackten Säugling auf der nackten Brust oder dem nachten Bauch von Mutter oder des Vaters – häufig über mehrere Stunden. Beim Trinken sind Frühgeborene besonders empfänglich für Kommunikation. Auch wenn nicht gestillt wird, liegen sie dann am besten im Arm der Eltern.

Tipps zur Intensivierung der Mutter-Kind-Bindung

Das Stillen gilt als beste Form, eine enge Bindung zwischen Mutter und Kind aufzubauen. Diese ursprünglichste und gesündeste Form der Ernährung ist auch für Frühgeborene möglich und wird in Krankenhäusern immer häufiger gefördert. Mütter sollten so oft wie möglich ihr Baby anlegen – auch wenn es zunächst nur wenig trinkt.

Auch darüber hinaus sind ein enger Körperkontakt und häufige Berührungen sehr wichtig und fördern die Bindung zwischen Mutter und Kind, ebenso wie ein besonders liebevoller Umgang mit dem Frühgeborenen und körpernahes Tragen in einem Tuch.2

Was sind die Folgen in der Entwicklung des Kindes bei mangelnder Bindung zur Mutter?

Gibt es in Folge einer Frühgeburt keine ausreichende Mutter-Kind-Bindung, kann sich das später unter anderem in Krankheiten der Haut widerspiegeln. Möglich sind Ekzeme, die täglich mehrmals eingerieben werden müssen und so auf ihre Art nachträglich einen intensiven Hautkontakt einfordern.

Zu wenige Berührungen im frühen Kindesaltern können später auch zu einer fehlenden Identität, Gefühlsschwäche und Gleichgültigkeit bis hin zu einer schizophrenen Persönlichkeit führen. Als Erwachsene fühlen sich Kinder ohne frühere ausreichende Mutter-Kind-Bindung häufig ungeliebt, haben kein Selbstwertgefühl und leiden an Krankheiten des Atemwegtrakts.3