Künstliche Befruchtung: Wer zahlt was?
Zu den in Deutschland zulässigen Verfahren der Kinderwunschbehandlung in den Kinderwunschkliniken gehören die In-Vitro-Fertilisation, sowie die Insemination (ICSI). Damit die Krankenkassen die Kosten von Behandlungen wie IVF übernehmen, müssen bestimmte Ausgangskriterien erfüllt sein:
- Das Paar darf nicht jünger als 25 sein, die Frau nicht älter als 40 Jahre und der Mann nicht älter als 50 Jahre
- Mindestens zwei Experten müssen den Erfolg der IVF-Behandlung bescheinigen
- Es muss sich um ein heterosexuelles Paar handeln
Stimmen diese Rahmenbedingungen zahlen die gesetzlichen Krankenversicherung die Hälfte – bei maximal drei IVF-Behandlungen.
Kosten bei IVF-Behandlung
Gesetzlich Versichert
Sind Sie gesetzlich versichert, müssen Sie bei der IVF-Behandlung mit Kosten von ca. 1500 € Eigenanteil pro Behandlungszyklus rechnen, wobei in den meisten Fällen der erste Versuch erfolglos ist.
Privat versichert
Ist der Mann der Verursacher der Sterilität und ist er auch privat versichert, übernimmt die Kasse des Mannes die Kosten. Sind beide Partner privat versichert, werden normalerweise 4-6 IVF-Versuche von der Kasse bezahlt – im vollen Umfang.
Selbstzahler
Tragen Sie die Kosten der IVF-Behandlung selbst (bei nicht-verheirateten Paaren z.B.), können Kosten zwischen 1500 € und 2000 € auf Sie zukommen.. Hinzu kommen Medikamentenkosten von durchschnittlich 1500 €.
IVF-Behandlung: Lohnt es sich wirklich?
Einige Paare, bei denen Sterilität aufgrund von physischen Ursachen festgestellt wurde, haben keine andere Alternative. Für diese Paare ist die künstliche Kinderwunschbehandlung wie etwa die IVF-Behandlung der einzige Weg zum Wunschkind. Hier lohnt es sich die Kosten sowie die Qualität verschiedener Kliniken zu vergleichen. In den meisten Fällen jedoch, stellt sich die Schwangerschaft auf natürlichem Wege ein und künstliche Reproduktionsverfahren sind nicht erfolgreicher als der klassische Weg der Natur und sowohl stressfreier als auch kostengünstiger. Bevor Sie also auf eine schlauchende und kostenintensive IVF-Behandlung setzen, informieren Sie Sich über Alternativen.
Kosten-Alternativen zur IVF Behandlung
Zunächst einmal – überdenken Sie Ihre Lebensweise. Ernähren Sie Sich ausgewogen und gesund mit ausreichend Vitaminen und wenig Fett und Zucker? Treiben Sie Sport? Sind Sie permanent Schadstoffen ausgesetzt? Haben Sie viel Stress auf der Arbeit? Artet das Thema “Kinderwunsch” in Streitereien mit dem Partner aus? Hier sollten Sie als allererstes ansetzen, denn diese Alltagsfaktoren sind tatsächlich diejenigen Faktoren, die Sie beim Kinderwunsch am meisten behindern. Darüber hinaus ist es auch wichtig, dass Sie Sich, Ihrem Partner und vor allem Ihrem Körper die notwendige Zeit geben, um schwanger zu werden. Nutzen Sie etwa die symptothermale Methode der Zyklusbeobachtung. Sie können ganz einfach mit einem Zykluscomputer Fruchtbarkeitsdaten erheben und auswerten, wie etwa die Basaltemperatur oder die Entwicklung Ihres Zervixschleimes. Diese Daten geben Auskunft darüber, wann Sie fruchtbar sind. Nutzen Sie also vor allem Ihre fruchtbaren Tage, um Sex zu haben. Die Erfolgsrate spricht für die symptothermale Methode. 98% der Frauen, die diese Methode anwenden, werden innerhalb von spätestens 12 Monatszyklen schwanger.
Quellen – Kinderlosigkeit
Handbuch der Universität Göttingen. Ungewollte Kinderlosigkeit als Beratungsproblem. Handlungsempfehlungen für Hausärzte. Zugriff unter: http://www.allgemeinmedizin.med.uni-goettingen.de/media/projekt/project_kinderwunsch/kinderwunsch_projekt.pdf. Am: 5. März 2012.
Gnoth, C. et al. Zur Definition und Prävalenz von Subfertilität und Infertilität. Journal für Reproduktionsmedizin und Endokrinologie 2004; 1 (4). 272-27. Zugriff unter: http://www.meinkinderwunsch.de/Def%20Subfert.pdf. Am: 5. März, 2012.
C. Gnoth, P. Frank-Herrmann, G. Freundl: Angepasstes Management bei ‚unterfülltem Kinderwunsch‘. Forschungsprojekt NFP an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf und Abteilung für gynkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin, Kliniken und Seniorenzentren der Stadt Düsseldorf gGmbH, Frauenklinik Benrath, Düsseldor. Akteptiertes Manuskript: 2.1.2003.