Verhütung in der Stillzeit

Ist Verhütung in der Stillzeit notwendig?

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Viele Frauen glauben, dass Sie keine Verhütung benötigen, da sie während der Stillzeit natürlich geschützt sind. Wahr ist: Stillende Mütter produzieren das Hormon Prolaktin. Prolaktin ist ein natürlicher Ovulationshemmer.1 Während der ersten Monate nach der Schwangerschaft findet also kein Eisprung statt. Somit sind Sie theoretisch in den ersten 6 Monaten geschützt. Doch Vorsicht! Dieser Schutz gilt nur, wenn folgende drei Faktoren erfüllt sind:2

  • Sie haben keine Menstruation seit der Geburt gehabt
  • Sie stillen regelmäßig (Tag und Nacht und ausschließlich Ihre eigene Muttermilch)
  • Das Baby ist nicht älter als 6 Monate

Vor allem das regelmäßige Stillen kann schwierig sein – falls das Baby mal die Milch verweigert oder nicht genug trinkt. Auch Stillpausen von bis zu vier Stunden können den Prolaktinspiegel derart senken, dass trotzdem ein Eisprung stattfindet. Um daher auf Nummer sicher zu gehen, wird empfohlen sich auch während der ersten Monate der Stillzeit um die Verhütung zu kümmern.3

Community

Beitrag aus dem Forum Kinderwunsch

Thema "Schwanger werden in Stillzeit" von schneeflocke

Hallo zusammen,
ich hab mal eine Frage, die ich mich zwar momentan nicht betrifft, aber schon immer mal beantwortet haben wollte... Kann man in der Stillzeit schwanger werden? Eine Freundin behauptet, das sei möglich und ich bin der Meinung,...

zum Thema

Welche Verhütung in der Stillzeit?

Hier hängt es ganz von Ihnen ab, welche Methode für Sie die Beste ist und mit welcher Verhütung Sie Sich in der Stillzeit am sichersten fühlen.

Verhütung in der Stillzeit: Natürliche Verhütungsmethoden

Verhütungscomputer, die auf der Methode der Natürlichen Familienplanung basieren und dabei Fruchtbarkeitsmerkmale auswerten (z.B. cyclotest) sind in den ersten Monaten problematisch, da Ihr Eisprung entweder unregelmäßig ist oder erstmals gänzlich ausfällt. Alternativ können Sie aber weiterhin die klassische Methode der Natürlichen Familienplanung anwenden.4

Verhütung in der Stillzeit: Barrieremethoden

Sie können während der Stillzeit problemlos ein Diaphragma oder Kondom zur Verhütung verwenden. Doch diese Methoden haben einen geringeren Pearl-Index.5 Das heißt: Ihr Risiko auf eine erneute Schwangerschaft ist erhöht.

Verhütung in der Stillzeit: Kupferspirale

Nach der Geburt und In der Stillzeit kann eine Kupferspirale problemlos eingesetzt werden. Die Spirale gibt Kupferionen ab, die das Sperma abtöten. Diese Methode ist zu empfehlen, wenn Sie zur Verhütung in der Stillzeit oder auch generell nicht hormonell verhüten wollen. Die Kupferspirale ist sehr sicher (Pearl Index von 0.3 – 0.8)6 und kann jederzeit wieder entfernt werden. Auch eine Kupferkette ist eine Möglichkeit!

Verhütung während der Stillzeit: Stillpillen

Stillpillen enthalten nur Gestagen, sind also östrogenfrei. Damit ist zum Beispiel das Risiko an Thrombosekrankheiten zu erkranken geringer – wenn auch weiterhin erhöht und somit problematisch für stillende Mütter. Hinzu kommt, dass Stillpillen Ihren natürlichen Menstruationsrhythmus stören und die Regel zeitweise ganz ausbleibt. Es kann ebenfalls sein, dass die Stillpillen häufiger zu Stimmungsschwankungen und Depressionen führen kann.7 Dies gilt generell für hormonelle Verhütungsmittel und ist ein Faktor, den Sie in der stressigen Zeit um die Schwangerschaft herum beachten sollten.

 

Referenzen - Verhütung in der Stillzeit

  1. World Alliance for Breastfeeding Action. LAM -The Lactational Amenorrhea Method.
  2. World Alliance for Breastfeeding Action. LAM -The Lactational Amenorrhea Method.
  3. http://www.welt.de/gesundheit/article3672804/Muetter-sollten-auch-in-der-Stillze...
  4. http://www.dggg.de/leitlinien/aktuelle-leitlinien/suchen-in-leitlinien/
  5. http://www.profamilia.de/erwachsene/verhuetung/pearl-index.html
  6. http://www.profamilia.de/erwachsene/verhuetung/pearl-index.html
  7. Wildermeersch, D. et al. Neue Technologie für intrauterine Verhütung und Behandlung erwachsener, nulli- und multiparer Frauen: Welches intrauterine System ist geeignet? Journal für Gynäkologische Endokrinologie 2010; 4 (2) (Ausgabe für Schweiz), 38-44.